Eine der häufigsten Erkrankungen unserer lieben Vierbeiner ist die Hüftdysplasie, oft nur HD genannt. Am häufigsten von HD betroffen sind große Rassen und mittelgroße Rassen. Die HD ist meist genetisch bedingt. Je nach Hunderasse liegt die Wahrscheinlichkeit, dass die Krankheit auftritt, bei ca. 20-40%. Woher kommt dieser sehr hohe Wert?

Was ist Hüftdysplasie?

Die HD ist eine meist genetisch bedingte Gelenkerkrankung der Hüfte. Umweltfaktoren haben nur einen geringen Einfluss. Bei der HD werden Oberschenkelkopf, Beckenpfanne und teile des Gelenks nicht richtig ausgebildet. Anatomisch gesehen kommt es zu einer Abflachung der Beckenpfanne, weshalb der Oberschenkelkopf den Halt im Gelenk verliert. Das Gelenk verliert an Stabilität. Folgen der HD können Arthrose und ein Ausrenken (Luxuation oder Subluxuation) der Hüfte sein. Betroffene Hunde humpeln und können sich nicht flüssig bewegen. Das Laufen ist für die Hunde oft mit Schmerzen verbunden. 

Wie entsteht HD?

Normalerweise ist das Hüftgelenk beim Hund mit der 20. Woche komplett ausgebildet. Je nach Schweregrad zeigt sich die Krankheit das erste mal ab dem dritten bis vierten Monat, bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres. HD kann genetisch bedingt sein, aber auch die Ernährung spielt eine große Rolle: Vor allem Energie- und Kalziumüberschüsse begünstigen die Entstehung der HD bei jungen Hunden. Aber auch zu frühe oder Überbelastung noch nicht ausgewachsener Hunde kann die HD begünstigen.

Welche Hunde sind oft von HD betroffen?

Oft ist sind es die mittelgroßen und großen Rassen, die von der HD betroffen sind. 

Wenn man an Hüftdysplasie denkt, fällt den meisten als erstes der Deutsche Schäferhund ein. Beim Schäferhund wurde die HD zum ersten mal diagnostiziert, heute gehören aber andere Rassen zu den Spitzenreitern mit HD. Neben dem Schäferhund gehört der Rottweiler, der Boxer, der Labrador, der Berner Sennenhund und der Golden Retriever zu den meist betroffenen Rassen. 

Wie kannst du bei deinem Hund Anzeichen einer HD erkennen?

Früherkennung ist wichtig, um Folgeschäden zu vermeiden.

Anzeichen für eine HD deines Hundes können sein:

  • Hasenähnliche Fortbewegung, dein Hund hüpft mit beiden Hinterbeinen gleichzeitig den „Bunnyhop“.
  • Dein Hund hat keine Lust zu spielen und verliert den Spaß daran, weil ihm Bewegungen Schmerzen bereiten.  
  • Dein Hund sitzt bevorzugt auf einer Seite.
  • Der Sprung ins Auto wird von deinem Hund vermieden, denn auch dies ist mit großer Anstrengung der Gelenke verbunden und bereitet deinem Hund Schmerzen. 
  • Dein Hund hat Probleme mit dem Aufstehen und bleibt bevorzugt liegen. Auch das Treppen steigen wird zur schmerzhaften Herausforderung für deinen Hund.
  • Die Muskulatur der Hinterbeine nimmt ab, beim Laufen knickt dein Hund ein und lahmt auf einem oder beiden Hinterbeinen.

Wenn du eine der oft betroffen Rassen und/oder eins bzw. mehrere dieser Anzeichen bei deinem Liebling beobachtest, ist die Wahrscheinlichkeit einer Hüftdysplasie gegeben. 

Wirkliche Sicherheit ob dein Hund betroffen ist, gibt immer erst eine Röntgen-Untersuchung der Hüfte beim Tierarzt deines Vertrauens.

Was kannst du für deinen vorbelasteten Hund tun?

Bei vorbelasteten Rassen kannst du auf folgendes achten, damit die HD gar nicht erst ausbricht: 

  • Achte auf die richtige Ernährung deines Hundes. Suche ein passendes Futter oder lass dich im Fachhandel beraten, welches für deinen Hund in der Größe, dem Alter und der Rasse am besten geeignet ist. Vermeide Energie- und Kalziumüberschüsse. 
  • Beim Welpen und Junghund achte auf eine angemessene Auslastung. Eine gute Fausformel ist: Je Lebensmonat 5 Minuten spazieren gehen pro Spaziergang. Bei einem 5 Monate alten Hund sind das maximal 25 Minuten. Es klingt zunächst wenig, aber es gibt noch viele andere Möglichkeiten, aktive junge Hunde zu beschäftigen. Auf das Joggen und Fahrrad fahren sollte man in den ersten 1,5 Jahren mit dem jungen Hund komplett verzichten, da die Belastung für die Gelenke sehr hoch ist. 
  • Beim ausgewachsenen Hund solltest du auf das Gewicht deines Hundes achten. Leider haben immer mehr Hunde heutzutage Übergewicht. Das begünstigt nicht nur die HD, sondern auch viele andere Erkrankungen des Hundes. Frag deinen Tierarzt, Physiotherapeuten oder einen Ernährungsexperten wie hoch das optimale Gewicht für deinen Hund ist. 

Muss es bei HD immer eine OP sein?

Ist eine Hüftdysplasie diagnostiziert, kann dein Hund mit einer Operation oder konservativ (ohne OP) behandelt werden. Welcher Weg eingeschlagen wird, ist abhängig von der Schwere der HD, dem Alter deines Hundes, den Ergebnissen der Röntgenaufnahmen und dem allgemeinen gesundheitlichen Zustand. 

Die konservative Behandlung hat zum Ziel, die Muskulatur der Hüfte und Hintergliedmaße zu stärken, um eine OP zu vermeiden. Das kann erreicht werden durch Sitz- und Stehübungen, Bergauf laufen, Cavaletti-Training, Schwimmen, Laufen im Wasser oder Balance-Übungen. Am besten erstellst du dir hier einen Trainingsplan in Absprache mit deinem Tierarzt und Physiotherapeuten, um Überforderung zu vermeiden. 

Sollte eine OP nötig sein, ist danach der gezielte Muskelaufbau wichtig. Es gibt verschiedene Arten, wie die HD mit einer OP behandelt werden kann. Abhängig von der Technik ist auch die Nachbehandlung. Besprich diese am besten mit deinem Tierarzt und deinem Hundephysiotherapeuten. 

Nach der OP kann der Heilungsprozess durch Thermoterapie, Elektrotherapie, Magnetfeldtherapie und gegebenenfalls Ultraschall unterstützt werden. 

Fazit

Wenn die HD erst einmal da ist, kann sie heute gut behandelt werden. Dein Hund kann auch mit HD noch glücklich werden. Achte auf die Anzeichen und reagiere schnell genug. Je früher die HD erkannt wird, umso besser lässt sie sich behandeln und eine OP kann eventuell vermieden werden. 

Sprich mit deinem Tierarzt oder Hundephysiotherapeuten und lass dich beraten, welche Möglichkeiten für deinen Hund die besten sind. 

Welche Erfahrungen habt ihr mit der HD bei Hunden gemacht? Lasst mir dazu einen Kommentar da!

 

 

Bildnachweise: Bild von Mylene2401 auf Pixabay, Bild von Hebi B. auf Pixabay, Bild von Vilve Roosioks auf Pixabay, Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

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