Gleichgewichtsübungen für Hunde

Kraft und Ausdauer stärken durch Gleichgewichtsübungen für Hunde. Mit drei effektiven Übungen die Muskulatur und Koordination deines Hundes schulen.

Gleichgewichtsübungen, Balancetraining oder Propriozeptionstraining – alles meint das gleiche und ist gut für deinen Hund. In diesem Beitrag zeige ich dir 4 Vorteile von Gleichgewichtsübungen und 3 einfache und effektive Übungen für deinen Hund.  

4 überraschende Vorteile  

  1. Egal ob Welpe, Junghund, oder Senior, Familienhund oder sportlich – für jeden Hund sind Gleichgewichtsübungen nützlich. Angefangen bei verschiedenen Untergründen über wackelige Böden, bis hin zu Balancekissen oder Wackelbrettern – für den Anfänger bis zum Profi ist für jeden etwas dabei. Das macht diese Trainingsart auch zu einer optimalen Therapieform der Hundephysiotherapie. 
  2. Gleichgewichtsübungen für Hunde kannst du fast überall machen. Ob draußen in der Natur oder zuhause: Es lässt sich bereits mit einfachen Mitteln trainieren. Ob auf verschiedenen Untergründen, den Baumstämmen am Wegesrand oder mit den Couchkissen und unzähligen Trainingsboards, Balancekissen oder Wackelbretter – es gibt so viele Möglichkeiten, das Gleichgewicht deines Hundes zu schulen! 
  3. Gleichgewichtsübungen für Hunde sind echte Allrounder. Wenn ihr am Gleichgewicht deines Hundes arbeitet, übt ihr gleichzeitig auch an seiner:
  • Koordination  
  • Trittsicherheit
  • Körpergefühl
  • Muskulatur, Bänder und Sehnen
  • Konzentration 

Zusätzlich ist es für dich und deine Fellnase eine spannende Abwechslung, stärkt eure Beziehung und erhöht das gegenseitige Vertrauen ineinander.

  1. Ich nutze die verschiedensten Balancetrainings bei meinen Patienten. Vor allem für Hunde mit Verletzungen des Bewegungsapparats oder nach Operationen können Übungen fürs Gleichwicht die Muskulatur schonend wieder aufbauen. Sollte dein Hund an Erkrankungen der Gelenke, wie z.B. Arthrose oder Spondylsose, leiden oder eine OP hinter sich haben, müssen die Übungen individuell angepasst werden. Sollte dein Hund eine Vorerkrankung haben, suche bitte vor dem Training einen Hundephysiotherapeuten auf und lass dir alles genau erklären. 

3 kinderleichte Gleichgewichtsübungen

1. Training in der Natur

Suche auf dem nächsten Spazierengang doch einfach mal verschiedene Untergründe oder nutze deine Umgebung. Für Anfänger geeignet ist zum Beispiel ein Spaziergang auf Wiesen, Waldboden oder sandigen Böden. Schau dich etwas um, oft liegen verschiedene Wege direkt vor der Haustür, wir bemerken sie nur nicht.

Ronja auf sandigem Boden.
Ronja auf unebenem Waldboden.

Wenn die unterschiedlichen Böden kein Problem sind, probiere doch einmal deinen Hund auf einem Baumstamm langsam zu führen. Der geübte Hund kann langsam und sicher darüber balancieren. Eventuell musst du dabei seitlich unterstützen, damit er genug Halt hat. Achte darauf, dass der Baumstamm relativ trocken ist und dein Hund nicht darauf ausrutscht. 

All diesen Böden oder der Baumstamm forden die Konzentration deines Vierbeiners, er oder sie muss sich fokussieren und seine Bewegungen aktiv ausbalancieren. 

2. Training Zuhause

Zuhause kannst du mit einfachen Mitteln bereits viel erreichen! Fange mit dem Pfötchen geben an.
Bringe deinen Hund in einen stehende Position vor dich und lass dir das Pfötchen geben. Sobald dein Hund dir eine Pfote gibt, versuch sie ein paar Sekunden in der Luft zu halten ohne sie dabei fest zu halten. Sobald dein Hund auf 3 Beinen steht, beginnt er sich selber auszubalancieren. 

Ronja gib eine Pfote und muss sich mit den anderen Beinen ausbalancieren.

Alternativ kannst du dir auch einfach ein oder zwei Couchkissen schnappen. Dein Lieblinig kann sich einfach mit den Vorder- oder Hinterbeinen auf ein oder zwei Kissen stellen. Dabei muss er den wackeligen Untergund ausgleichen. So einfach die Übung klingt – probiere sie einmal selbt aus. Du wirst merken, dass es garnicht so einfach ist, wie es aussieht!

3. Für Fortgeschrittene mit Geräten

Gehört dein Hund schon zu den Fortgeschrittenen oder Profis könnt ihr z. B. mit Balancekissen oder sogar Gymnastikbällen das Training intensivieren. Auch hier kann dein Hund mit beiden Vorder- oder Hinterbeinen auf den Ball oder das Luftkissen stehen. Mit den Beinen, die sich am Boden befinden, muss er sich dann ausgleichen.

Luftkissen gibt es in unterschiedlichen Dicken und Stärken. Damit können die Anforderungen an deinen Hund ganz unterschiedlich sein.

Bitte beachte!

In der Ruhe liegt die Kraft. Alle oben genannten Gleichgewichtsübungen für Hunde sind grundsätzlich für einen gesunden Hund ausgelegt. Für alle Übungen gilt: Fange langsam an und überfordere deinen Hund nicht. Anfangs reichen bereits ein paar Minuten Training! Solltest du dir unsicher sein, lass dich von deinem Hundephysiotherapeuten in deiner Nähe beraten und deinen Hund vorab durchchecken. 

Übertreibe es nicht und mache lieber einen Tag Pause zwischen den Trainingseinheiten, als zu oft oder zu lange zu trainieren. 

Und sonst lasse dich von den positiven Effekten der Gleichgewichtsübungen überraschen! Ich wünsche euch viel Spaß beim trainieren!

Ihr habt Fragen? Kontaktiert mich!

Gruss, euer Tobias
Hundephysiotherapeut 

1 Reply to “4 Vorteile + 3 Übungen: Gleichgewichtsübungen für Hunde”

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