Von Faszien hört man derzeit immer und überall. Aber was genau machen Faszien beim Hund überhaupt? Wo genau stecken sie und welche Aufgaben haben sie? Hier gebe ich dir einen Einblick über Faszien beim Hund. Außerdem erkläre ich mit 5 effektiven Massagetechniken, wie du die Faszien deines Hundes geschmeidig hältst. 

Was sind Faszien?

Der Körper deines Hundes wird durch ein System von Faszien in Form gehalten. Ein Netz von verschiedenen Faszien übt Druck und Spannung auf Muskeln und Knochen aus. Die Faszien sind Verbindungen von Knochen und Muskeln und sorgen für Kraftübertragung. Faszien sorgen also für die Spannung im Körper. Sie sind wie ein Netz im ganzen Körper verteilt.

Aufgabe der Faszien

Faszien geben auch die Form der Muskeln vor. Geschmeidige und flexible Faszien sind für eine gesunden Bewegungsapparat extrem wichtig. Verklebte und verkürzte Faszien können den Bewegungsradius der Muskulatur einschränken.

Daneben haben die Faszien noch eine weitere große Aufgabe. Sie sorgen für die die Eigenwahrnehmung des Körpers. Vielleicht hast du schon mal etwas von der Propriozeptionsmuskulatur gehört. Dies ist die Tiefenmuskulatur und sorgt u.a. für das Gleichgewicht und Balance des Hundekörpers. Die einzelnen Faziennetze zeigen dem zentralen Nervensystem, wo sich z.b. welche Pfote deines Hundes gerade befindet. Diese Informationen sind wichtig für die Koordination der Bewegungen deines Hundes.

Wenn Faszien verklebt sind

Wodurch kann sich die Flexibilität und Bewegung der Faszien vermindern? Zum Beispiel durch: 

  • Veränderungen nach Unfällen
  • Verletzungen
  • Operationen
  • verklebte Narben 
  • natürliche Alterungsprozess 

Wenn das Fasziennetz durch Störungen längere Zeit beeinträchtigt ist, können auch dauerhaft falsche Daten ans Nervensystem geschickt werden. Dadurch können Fehlhaltungen hervorgerufen werden. Dies stört die Bewegungsabläufe und führt zu ungleichen Belastungen. Gelenke und Muskeln werden dann geschädigt.

5 effektive Massagetechniken

Damit Fehlhaltungen und Beeinträchtigungen der Bewegung bei deinem Hund erst gar nicht zum Problem wird, wollen wir die Faszien mit verschiedenen Massagetechniken geschmeidig halten.

Ich habe hierfür 5 effektive Techniken herausgesucht. 

Vorab: Schaffe eine entspannte Atmosphäre für dich und deinen Hund. Sorge für eine weiche Unterlage. Ablenkungen wie andere Hunde oder TV und Radio sollten vermieden werden. Nun bringe deinen Hund in eine entspannte Seitenlage.

1. Massagetechnik für Faszien: Streichungen

Ziel: Als erstes arbeite ich immer mit den Streichungen. Diese helfen deinem Hund sich zu entspannen und dienen als erste Kontaktaufnahme und gleichzeitig auch als Ausklang am Ende der Massage. Streichungen sind beruhigend, entspannend und fördern die Durchblutung des Gewebes.

Durchführung: Die Streichung wird mit der flachen Hand und in Fellrichtung ausgeführt. Der Druck sollte gerade so stark sein, dass du die Muskulatur deines Hundes spüren kannst. Beobachte deinen Hund und versuche zu erkennen, was ihm gefällt und an welchen Stellen es ihm vielleicht nicht so gut gefällt. 

Fange am Kopf an und fahre abwechselnd und langsam mit der rechten und linken Hand über den Rücken in Richtung der Rute. Danach kannst du auch über die Vorder- oder Hinterbeine in Richtung der Pfoten streichen. Achte darauf, dass eine deiner Hände immer am Hund ist. 

2. Massagetechnik für Faszien: Verwindungen

Ziel: Diese Technik lockert das Bindegewebe.
Durchführung: Eure Hände arbeiten dabei in entgegengesetzte Richtungen.
Legt Eure Hände nebeneinander auf das Fell Eures Hundes. Nun verschiebt die Haut in entgegengesetzte Richtungen. Arbeitet dabei keinesfalls mit Kraft, sondern mit Gefühl!

3. Massagetechnik für Faszien: Knetung

Ziel: Die Knetung ist perfekt für Verspannungen der Muskulatur oder um Verklebungen zwischen den Faszien zu lösen. 

Durchführung: Bei der Knetung werden halbkreisförmige Bewegungen mit beiden Händen ausgeführt. Der Druck geht nach außen und leicht ins darunter befindliche Gewebe. Die Hände können sowohl gleichzeitig als auch abwechselnd eingesetzt werden. Die Haut und Muskulatur wird S-Förmig gegeneinander bewegt. Achte darauf, dass du deinen Hund nicht kneifst. 

Achtung! Du solltest nicht direkt auf Knochen oder Gelenken arbeiten. 

4. Massagetechnik für Faszien: Kibler-Falte

Ziel: Damit löst man das Bindegewebe und die Faszien. Sind Faszien verklebt, fühlt es sich an wie „zu enge Haut“. Mit dieser Technik tragt ihr also zum Wohlbühl-Faktor Eures Hundes bei

Durchführung: Nehmt eine Hautfalte zwischen Eure Finger. Langsam rollt Ihr diese Hautfalte nun zwischen den Fingern nach vorne. Beim gesunden Tier ist dies problemlos möglich.

Achtung! Reagiert Euer Hund mit wegdrücken oder wegziehen, kann das ein Hinweis auf verklebtes Bindegewebe sein, das sich nach mehrfacher sanfter Wiederholung langsam lösen lässt, oder auch ein Hinweis auf eine Blockade, Verspannung oder sogar Schmerzen. Solltet Ihr Euch unsicher sein, holt Euch Rat bei Eurem Hunde- oder Tierphysiotherapeuten.

5. Massagetechnik für Faszien: Zirkelung

Ziel: Diese Technik ist je nach Druck recht sanft und fördert die Durchblutung von tieferen Gewebeschichten. Sie eignet sich gut um Verspannungen zu lösen.

Durchführung: Sucht Euch den Bereich aus, den Ihr lockern möchtet und kreist mit euren Fingern auf dem Muskel. Seid dabei sanft mit dem Druck und steigert den Druck nur allmählich bei Bedarf.

Und das wichtigste: Der Spaß

Denke daran, dass du deinen Hund enspannen möchtest. Gehe daher langsam und mit Bedacht vor. Beobachte deinen Hund, sei offen für seine Reaktionen und erzwinge nichts. Für den Anfang genügt eine Dauer von gesamt 10-20 Minuten.

Solltest du dir unsicher sein, hole dir Rat bei deinem Hunde- oder Tierphysiotherapeuten.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Euer Tobias

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.